Jedes Bühnenbild ist stets auf’s Neue ein spannendes Thema. Alle bringen sich ein – oft hat Tanja die passende »gute Idee« – es wird diskutiert und sortiert – gemeinsam kommen wir so zum Feinschliff.
Von der Idee zum Bühnenbild
Erstmal kommt die Tapete vom vorigen Jahr runter, dann kommt neue drauf. Oder Rauhfaser, die kann individuell gestaltet werden, wie auf dem Bild zu sehen ist. Der Boden war diesmal natürlich grün!
Die Kleinigkeiten
Aber dann die Details, die ein Bühnenbild erst lebendig und echt wirken lassen! Vieles davon fällt uns erst während des Aufbaus ein wie zum Beispiel
- die Wäscheleine vom Baum zum Hippie
- das aufziehbare Fenster am Hippie
- die Partygirlande um das Fenster
- das Grünzeug über dem Aufgang neben der Hecke
- die selbstgebastelte verkohlte Wurst
- die Wunderkerze als Zündschnur
- Oder der improvisierte Schirmständer, denn ein fertiger wäre zu sperrig gewesen. Also haben wir bei einem Klempner nachgefragt, der schenkte uns ein Stück Rohr, exakt passend für unseren Schirm – die Lola. Rohr in einen Blecheimer – mit Splitt aufgefüllt – fertig.
Möblierung und Klamotten
Zubehör wie der umfangreiche Camping-Krempel kommt wie üblich größtenteils aus unseren Privatbeständen. Wo sollten wir auch all die Stühle, Tische, Liegen, Luftmatratzen, Fahrräder, Grills, haus- und landwirtschaftlichen Werkzeuge und vieles mehr lagern? Das würde den Rahmen des Depots sprengen. Dort haben wir all das untergebracht, was immer mal wieder gebraucht werden kann – Schrank, Tisch, Sofa, Kommode – natürlich alles »klein« genug, um auch transportiert werden zu können.
Auch die auf der Bühne getragene Kleidung kommt aus Privatbestand. Für ganz ausgefallene Sachen kommt aber die Vereinskasse auf – es sei denn, die Schuhe mit den 8-cm-Plateau-Sohlen trägt der H. auch privat 🙂
Die Premiere
Der Tag, dem wir entgegenfiebern! Irgendwann gegen Ende der langen Probenzeit wollen alle nur noch raus auf die Bühne. Noch die Generalprobe durchziehen – dann ist es endlich soweit!
Ist dieser erste Abend überstanden, löst sich die Anspannung der vergangenen Tage und Wochen. Die Premierenfeier unterstreicht das. Bei selbstgemachten Leckereien und dem ein oder anderen Getränk wird diskutiert, gelobt, Selbstkritik geübt, gelacht, getanzt … Und ganz wichtig ist: wie war das Publikum? Sind die Leute mitgegangen, haben sie die Pointen mitbekommen, gab es Szenenapplaus?
Der Schwung dieses Abends ist wichtig, denn es stehen ja noch die weiteren geplanten Auftritte bevor!
Auf Tournee
Der ganze zuvor aufgezählte Kram wird bei jedem Umzug während der Saison ab- und wieder aufgebaut, ab- und wieder anmontiert. Was bedeutet, ein Auswärtstermin ist ein 16-18 Stundentag. An manchen Spielorten darf aber auch erst am Folgetag abgebaut werden.
Und trotzdem wird nach dem Abbau, dem Verladen und Aufräumen nicht selten noch Party gemacht! Ein wenig Dampf ablassen, die Anspannung abbauen, mit den Gastgebern und manchmal auch versprengten Besuchern ein Bier oder eine Schorle trinken – das gehört auch unbedingt dazu!


Für das Bühnenbild zeichneten Eva Möller und Tanja Schlitzkus verantwortlich.
Jaja, natürlich haben zahlreiche fleißige Hände am Entstehen der Bühne mitgewirkt.
Aber die Eva, die hatte ein paar ganz tolle Ideen, und das kam beim Publikum prima an.
Hier wird allmählich letzte Hand angelegt. Die Blumen sind bereits getrocknet, die Felgen könnten noch etwas feucht sein 😉
Was man nachher nicht sieht, und was viele Gäste auch gar nicht wissen: die Bühne wird von den Mitwirkenden
- zerlegt aus dem Depot geholt
- am Heimspielort 2-3 Wochen vor der Premiere aufgebaut, hergerichtet und für Proben genutzt
- vor dem ersten Auswärtstermin abgebaut und im Anhänger verstaut
- bei Auswärtsterminen am Tag der Aufführung an den Spielort verbracht und dort aufgebaut
- bei Auswärtsterminen am Tag der Aufführung wieder abgebaut und mitgenommen
- nach der letzten Aufführung schließlich wieder ins Depot verbracht und bis zur nächsten Saison eingelagert
Unterstützung gibt’st aber auch von den Vereinen, die den Gastauftritt vor Ort organisieren. Der ganze Trubel schweißt die Theaterfamilie jedes Jahr neu zusammen. Wie Flo so treffend bemerkte: Wir sind froh, wenn die Saison vorüber ist, und können’s kaum erwarten, bis es wieder los geht!
Was man nachher nicht sieht




Neue Alutraversen
Die Traversen ersetzen seit der Saison 2025 die vorherige schwere Balkenkonstruktion. Das erleichtert den Aufbau enorm.
Verstrebungen
Sie geben zusätzlichen Halt und Stabilität. Das sieht provisorisch aus, ist aber stabil und fest.
Der neue Bühnenbalken
Sitzt fest und wackelt nicht. Jetzt sind die Wände dran. Alte Tapete ab, Rauhfaser drauf, dann kommt die Farbe ins Spiel.
Im nächsten Schritt
… sollen auch die anderen tragenden Teile durch Alubauteile ersetzt werden. Ziel ist ein leichter und auch sicherer Auf- und Abbau der Bühne.