2023 – Ach zur Hölle mit dir!

Eine tiefschwarze Komödie in drei Akten von Bernd Kietzke.

Mitwirkende:

Florian Jesberg, Meike Jesberg, Tanja Schlitzkus, Maria Lepianka, Aline Horner, Ronja Müller, Marco Sauerwald, Jay Klein, Harald Kornmann, Kay Klein

Regie: Robert Höcker, Souffleuse: Eva Möller, Maske: Franziska Müller

Wer hätte das gedacht: im Vorzimmer zur Hölle herrscht ein buntes Treiben, und der Chef ist eine Frau! Ist allerdings ständig auf Reisen. Aber Frau Hell, die Stellvertreterin, ist auch nicht ohne.

Dienstbesprechung

Das hatten sich Hannes Wolter und Luggi Lösch aber ganz anders vorgestellt. Eben noch unterwegs im Auto mit den Schwiegermüttern – und schwupp! landen sie in der Hölle. Dabei waren die Beiden zu Lebzeiten doch sooo brav! Ja ja.

Gretchen erklärt den Drehspieß

Gretchen Weber ist stocksauer. Sie kam hierher, bloß weil sie mit dem Busfahrer geflirtet und dabei, nun ja, den Bus samt Insassen sozusagen über den Jordan gebracht hat. Trotzdem, sie will in den Himmel! Dazu soll sie aber ihr Konto mit Minuspunkten füllen, dann könnte man vielleicht über einen Austausch zwischen Himmel und Hölle nachdenken. Aber ihr gutes Herz macht ihr immer wieder einen Strich durch die Rechnung, und mit jeder guten Tat klettert ihr Konto ins Plus, was hier gar nicht gut ist.

Derweil haben Hannes und Luggi ganz andere Sorgen. Die Schwiegermütter, na klar, sind in den Himmel gekommen. Die Witwen aber machen sich nach dem Abgang ihrer Gatten ein richtig schönes Leben. Johann Schwarz, der Gevatter Tod, hat es eben angekündigt: viel fehlt nicht mehr, und die Damen stehen zur Ernte an!

Oh nein, das würde Luggi und Hannes aber sehr ungelegen kommen. Und so wird gefeilscht und geschachert: wenn die Schwiegermütter doch in die Hölle umziehen würden, könnten die ehemaligen Gattinnen später ja in den Himmel …

Die Frauen nach oben – dafür kriegen wir K.K.

Darüber verhandelt schließlich die Stellvertreterin mit – echt jetzt, mit Petrus?! Die beiden waren zu Lebzeiten tatsächlich ein Paar! Doch sie hat ihm das Leben zur Hölle gemacht, darum landete sie in der Hölle und Petrus im Himmel. Doch hin und wieder treffen sich die beiden noch immer Verliebten. Jaja, wenn sie auf Geschäftsreise gehen, wir erwähnten ja bereits das »Austauschprogramm« …

Luggi hat derweil mit dem höllischen Grillmeister Billy Boy Quaddel, genannt BBQ, angebandelt. Zwischen den beiden hat es beim Angrillen sofort gefunkt. Sein Freund Hannes hat erst einmal einen Schock zu verdauen: dessen Mutter Lieselotte ist ebenfalls in der Hölle gelandet! Die fromme Frau hatte ein eher lockeres Privatleben gepflegt, wie sie ihrem Sohn soeben gebeichtet hat.

Diana Donner, die Schwester von Frau Holle, hat es mal wieder ganz doll krachen und regnen lassen. Gerade hat sie der Stellvertreterin von den angerichteten Schäden berichtet. Sie hat außerdem ein Auge auf Hannes geworfen, und als sie ihm zeigt, wie so ein ordentliches Gewitter gemacht wird, passiert etwas Ungeheuerliches …

BBQ stürzt herein und bricht zusammen: es hat so ungeheuer viel geregnet, in der Hölle ist das Feuer ausgegangen! Doch kurz danach kommt Luggi und tröstet ihn: er als gefeierter Grillmeister hat die Glut wieder entfacht!

Frau Mildred Schierling, ehemalige Apothekerin und siebenfache »schwarze« Witwe, kommt zwischendurch immer mal herein und erzählt nach und nach, wie sie ihre Gatten ins Jenseits befördert hat.

Tja – bis sie schließlich selbst ihren Meister fand. Und Petrus bemerkt einmal anerkennend: »Ja, Mildred, vor dir fürchte sogar ich mich!«

Und Gretchen? Die geht inzwischen bei Johann in die Lehre. Mit dem Segen von Frau Hell empfängt sie schwarze Berufskleidung und sogar ihre eigene kleine Sense! Sie will gar nicht mehr weg und macht sich mit Johann auf den Weg zum nächsten Auftrag.

Bei dieser tiefschwarzen Komödie mit beißendem Humor und derben Einlagen blieb manchem Gast im Publikum das Lachen im Halse stecken. Die Mitwirkenden hatten soviel Spaß am bösen Spiel wie lange nicht. Und das Publikum hat’s gedankt mit reichlich Applaus.